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ringo

Der 0 Punkte Ringo

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Sonntag, 7. August 2011, 23:23

Schweißen von Norprene Schläuchen

Hallo zusammen,

ich stelle euch heute vor wie man Norprene Schläuche von Tygon schweißen kann. Als erstes möchte ich mich bei Aquatuining bedanken, die mir das Test Material zu Verfügung gestellt haben.



1. Werkzeuge und Materialien
a. Zum Verschweißen von Norprene Schläuchen benötigt man folgende Werkzeuge:
• Messer
• Schlauchschere (optional)
• Heißluftföhn idealerweise einstellbar

• Flache Heißluftdüse aus CrNi-Stahl (umgangssprachlich Edelstahl)
• Schweißspiegel (ideal, aber nicht vorrätig)
• Führungsschiene


b. Welche Werkzeuge funktionieren nur bedingt:
• Lötkolben, meist die die Lötspitze ungeeignet und der Wärmeeintrag ist nur lokal.
• Aluminium-Platte auf passende Temperatur gebracht. Das Verschweißen der Schlauchenden funktioniert hier nicht gut, es scheint eine chemische Reaktion zwischen dem Schlauch und dem warmen Aluminium auf zu treten

c. Zum Testen der Verbindung wird folgendes gebraucht:
• Pumpe mit einer Förderhöhe von ca. 4 – 6m empfiehlt sich

• Anschlüsse

d. Testmaterial:
• Norprene Tygon Schläuche mit einem Durchmesser von
o 11,2 / 8 mm
o 12,7 / 9,6 mm
o 15,9 / 9,6 mm
o 15,9 / 12,7 mm

• Verschraubungen für die jeweiligen Schlauchdurchmesser

• Schlauchanschlüsse für die jeweiligen Schlauchdurchmesser


2. Vorwort
Es empfiehlt sich bevor man die für den Gebrauch bestimmten Schläuche zu verschweißen einige Probe Stücke zu schweißen. Das verschweißen der Norprene Schläuche benötigt ein gewissen Feingefühl, zum einen um den richtigen Zeitpunkt für die optimale Schweißtemperatur zu finden und auch das man mit dem richtigen Druck die beiden Enden aneinander hält.
Insgesamt kann funktioniert das verschweißen sehr gut und auch das Endresultat kann überzeugen. Die Schläuche müssen an einer ebenen Fläche erwärmt werden. Wenn einer keine Flache Düse hat, kann man auch mit einer Blechplatte arbeiten die ich die Düse gestellt wird. Allerdings sollte hier die Temperatur des Heißluftföns deutlich niedriger eingestellt werden, da der warme Luftstrom den Schlauch sehr schnell anschmelzen lässt.


3. Vorbereitungen
Die Vorbereitungen sind recht schnell erledigt. Einfach die Schläuche in der passenden Länge abschneiden mit einem Messer oder Schlauchschere. Die Luftauslassdüse auf den Heißluftfön setzen und die Temperatur einstellen, sofern dies möglich ist. In diesem How To verwende ich zum verschweißen 500°C, damit das Anschmelzen zügig geht. Hier sollte man etwas experimentieren mit welcher Temperatur man selbst am besten arbeiten kann.



4. Durchführung
a. Schlauch auf länge schneiden

b. Schlauch erwärmen bis er anfängt zu schmelzen. Dies ist dadurch zu erkennen, das sich eine kleine Wulst bildet, ab diesem Zeitpunkt geht es recht schnell.
Achtung: Blasenbildung sollte vermieden werde, da dies ein Indiz dafür ist das die Temperatur bereits zu hoch ist! Eine dichte Verbindung kann somit nicht gegeben.



c. Schlauchenden in die Führungsschiene legen und zusammen führen. Es geht auch ohne, aber hier ist die Gefahr größer das die beiden Enden nicht exakt übereinander sitzen.

d. Abkühlen lassen, dauert so ca. 1 – 3 min je nach Durchmesser und Wandstärke.
Achtung: Solange das Material noch warm ist lässt sich die Schweißstelle recht einfach wieder trennen, hierbei wird der Schlauch meist direkt hinter der Schweißstelle getrennt. Der Grund hierfür ist, dass dort die Wandstärke im Vergleich zur Schweißstelle deutlich kleiner ist.

e. Testen mit einer Pumpe oder Druck von der Wasserleitung.



6. Verschweißen mit Kunststoffanschlüssen:
Ich kann mich hier sehr kurz fassen, es funktioniert nicht. Die Schmelztemperaturen sind zu unterschiedlich.


6. Persönliches Fazit:
Es hat mich ein wenig gewundert wie einfach das verschweißen ging. Auch die Qualität ist durchaus gut mit ein wenig Übung. Insgesamt lassen sich die dünnwandigen Schläuche besser verschweißen, bei den dickwandigen wird die Schweißwulst oft recht groß. Zum Ende nochmal ein Dank an Aquatuning.


7. Weitere Bilder:

Spoiler Spoiler

12,7 / 9,6 mm








15,9 / 9,6 mm







15,9 / 12,7 mm







Wer Rechtschreibfehler findet bekommt nen Keks :thumbsup:

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Paladin (08.08.2011), Jama (17.08.2011)

ironknocker

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Montag, 8. August 2011, 06:08

schönes how to. was ich vermisse wären durchflusss daten und 90° und 45° verbindungen. kannst du das noch machen?

der_george

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Montag, 8. August 2011, 08:55

Sehr gut gemacht Ringo!

ein kleiner Fehler ist mir aufgefallen:

Zitat

In diesem How To verwende ich zum verscheißen...
:D

Wirklich gelungener Test!

So long :0)
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ringo

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Montag, 8. August 2011, 09:41

Grummel, zu langsam gewesen mit dem off nehmen.
Wird später noch verbessert, steht ja oben schon.

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Hiasl

Gern hier!

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Montag, 8. August 2011, 12:18

Wie ironknocker schon gesagt hat wäre es wirklich interessant ob du auch Winkel schweißen konntest. Aus einem Stück, aus zwei Stücken,...
Im Hardwareluxx hatte jemand in den letzten Tagen die selbe Frage.

Besucht doch meinen derzeitigen Modding Worklog: JMI01
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ringo

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Montag, 8. August 2011, 13:09

Wegen den weiteren Test und Fragen, werde ich heute Abend meine Meinung schreiben, dazu fehlt mir jetzt die Zeit.
Das verbesserte How To werde ich auch erst Heute Abend wieder online stellen.

@der_george: Wie bist du an die Daten gekommen, ich hab das How To schon um 8:20 - 8:25 hier raus genommen.

Sorry, das er noch nicht komplett online ist. Aber leider ist Rechtschreibung und Grammatik bei mir etwas Tagesform abhängig und auch nicht so meine Stärke.

Onkel Edit schlägt zu :thumbup:

How To ist wieder online, naja mir fällt dazu nur ein "Deutsche Sprache schwere Sprache"

Den Durchfluss kann ich nicht mit Messmitteln erfassen. Das hat folgende Gründe:
Meine Laing DDC ist verbaut und schon etwas betagt, ebenso wie die Pumpensteuerung, hier ist zwar die Möglichkeit da etwas anzuschließen, aber ich hab keinen Durchflussmesser.

Meine Meinung zum verschweißen in 90°: Ist aus meiner Sicht äußerst herausfordernd, da das spitz zulaufende Ende deutlich stärker anschmelzen wird. Ich denke das man dort nur mit viel Gefühl eine dichte Verbindung hin bekommt.

Wenn ich am kommenden Wochenende Zeit finde kann ich noch folgende Punkte nachreichen.
- Durchflussmengen (Messen mit Low Tech Lösung)
- 45° Winkel verschweißt
- 90° Winkel verschweißt
Einen Winkel aus einem Stück zu machen, da muss ich leider enttäuschen... :whistling:

Danke das es euch gefallen hat.

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ringo

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Dienstag, 16. August 2011, 21:22

Hallo zusammen,

anbei meinen ersten Nachtrag.

Ich habe die Norprene Schläuche unter einem Winkel von 45° bzw. 90° verschweißt. Grundsätzlich lässt sich der 45° Winkel besser herstellen. bei 90° wird die Spitze sehr unsauber und es kann zu undichten Verbindungen kommen. Bei 45° funktioniert es recht gut und die Schweißwulst ist entsprechend klein. Dünner Schläuche lassen sich unter einem Winkel besser schweißen. Zum verschweißen wurde der gleiche Aufbau verwendet und wieder eine Temperatur von 500°C. Insgesamt lassen sich die Schläuche gut in der Hand positionieren, im Vergleich zu den geraden Verbindungen ist jedoch etwas mehr Feingefühl und Geduld notwendig.
Hier zwei Beispiele:


Spoiler Spoiler







Morgen werde ich die verschiedenen Verbindungen testen und auch den Durchflusswiderstand bestimmen.

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Mittwoch, 17. August 2011, 22:08

Nun wie bereits angekündigt stelle ich die Testergebnisse dar.

Der Testaufbau war recht simpel gemacht und aus meiner Sicht für eine Bewertung ausreichend.
Benötigt wurde
- Pumpe
- Gefäß mit Füllstandanzeige oder Füllstandmarkierung
- Stoppuhr
- Messer
- Metermaß

So sah es dann schlussendlich aus.


Als erstes wurde der 11,2 / 8 mm getestet, bevor ich die Durchflussmengen bestimmt habe wurde ein Drucktest gemacht.



Um möglichst vergleichbare Ergebnisse zu erhalten wurden die Schläuche auf etwa gleiche Länge gebracht, im ersten Fall 150mm und das sind die Testkandidaten

Es wurde jeweils die Zeit gemessen bis 1,5l im Gefäß waren. Der Füllstand wurde mit einer Genauigkeit von +/- 2mm abgelesen, die Zeit mit etwa +/- 0,3s.+

Die Messergebnisse für den 11,2 / 8 mm sind bei einer Länge von 150 mm folgende
- 90° Winkel ca. 17,4s
- 45° Winkel ca. 14,4s
- 1 Schweißnaht ca. 15,0s
- ohne Schweißnaht ca. 9,8s

Die Messergebnisse für den 12,7 / 9,6 mm sind bei einer Länge von 160 mm folgende
- 90° Winkel ca. 21,7s
- 45° Winkel ca. 10,5s
- 1 Schweißnaht ca. 11,0s
- ohne Schweißnaht ca. 7,7s

Die Messergebnisse für den 15,9 / 12,7 mm sind bei einer Länge von 120 mm folgende
- 90° Winkel ca. 11,1s
- 45° Winkel ca. 9,4s
- 2 Schweißnaht ca. 10,0s
- ohne Schweißnaht ca. 9,4s

Bei dem Durchmesser 15,9 / 12,7 mm war die Schweißnaht bei 90° nicht dicht, sobald Druck auf die Schweißnaht kam drang Wasser aus der Verbindungsstelle.



Nachdem sich die dickwandigen Schläuche im Winkel nur bedingt gut verschweißen lassen, wurde auf ein Test mit 15,9 / 9,6 verzichtet.

Insgesamt kann man folgendes Aussagen
Beim 90° Winkel hat einen deutlich erhöhten Durchflusswiderstand, der Durchfluss reduziert sich um etwa 40-50%.
Der 45° Winkel ist in etwa gleich gut wie eine Verbindungsschweißnaht, hier betrage die Verluste um die 10 - 40%.
Insgesamt ist der Durchflusswiderstand stark von der Qualität der Schweißnaht abhängig. Bei guter Qualität lassen sich die Verbindungen Verlustarm herstellen.

Spoiler Spoiler


- Schlauch 12,7 / 9,6



- Schlauch 15,9 / 12,7





Nun noch ein kleines Abschlussbild


Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und kritisieren.

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Paladin

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Dienstag, 19. November 2013, 20:55

Der thread Hits nach Finnland geschafft :D

http://www.jimms.fi/tuote/LETKU-15
COMPLEX-MODS.deMODDING | CONS | CE-MODS
HausModding by Patrick und Sonja

Ein Bayer kann alles, außer Hochdeutsch...... :D


ringo

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Dienstag, 19. November 2013, 21:47

Find ich gut.

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