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Obi-Wahn

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Montag, 22. Juli 2013, 12:42

Furnieren: Geschichte - Theorie - Praxis

Hallihallo liebe Modder und (ich hoffe auch) Modderinen.

Vor ca. 3 Wochen hat Gmods im Forum einen Thread gestartet weil er wissen wollte wer schon mal furniert hat, was man so beachten muss und wie der Sinn des Lebens des Universums und des ganzen Rests ist. ;)

Mahlzeit. wollte mal von euch hören wer von euch schonmal

furniert hat.

auf was ist alles beim kauf zu achten ?

wie funktioniert die verarbeitung ?

was für kombinationen (furnier-alu) sind möglich ?

wenn einer erfahrung hat, lasst es mich wissen :hail:


Nun, zu letzteren kann ich keine Auskunft geben, aber was das Furnieren angeht, so hab ich doch eine gewisse Ahnung, schließlich hab ich ja eine entsprechende Ausbildung.
Ich hab mich also an die Arbeit gemacht und das Werk wuchs und wuchs, die Bilder wollten korrekt formatierte Bildbeschreibungen und sowohl der Index als auch die Formatierung an sich wollte nicht so recht ins Forum.

Na jut hab ich mir gesagt, stellste halt nur ein PDF ins Netz.
Da dieser Post aber dann praktisch schon zu Ende wäre, kommt hier Kapitel 6.7 meines Tutorials

Furnieren: Geschichte - Theorie - Praxis


live vom Temporallappen meines Gehirns über meine Fingerspitzen die die Tastatur traktieren direkt in euer Gehirn.

... whoa, das kam jetzt nicht so rüber wie ich dachte... -.-


Egal.


6.7 Beispielverleimung

Bei diesem Beispiel versuche ich eine Verleimung mit möglichst minimalem Werkzeugaufwand. Ich verwende eine lange gelagerte Furnier um ein schlechtes Ausgangsszenario zu bekommen. Das Furnier ist durch die lange, unsachgemäße Lagerung bereits sehr wellig. Weiters verwende ich – abgesehen von einem Furnierebenschneider – keine professionellen Werkzeuge wie Kreissägen, Hobel oder Furniernähmaschinen. Die von mir verwendeten (aber auf den Bildern nicht sichtbaren) Zwingen sind zwar von besserer Qualität, aber es reicht durchaus die billige Baumarktzwinge.
Zum schleifen des Trägermaterials verwende ich einen einfachen, billigen (25 Euro) Exzenterschleifer.



Zuerst habe ich die Furnierblätter quer zur Maserung auf Länge geschnitten. Beim schneiden quer zur Maserung ist darauf aufzupassen dass möglichst nichts ausreißt, bzw. wenn etwas ausreißt, dass dieser Riss entweder sofort mit Furnierklebeband abgeklebt wird oder dann im nächsten Schritt weggeschnitten wird.



Als nächstes habe ich die auf Länge geschnittenen Furnierblätter angezeichnet und die Ränder mit dem Metalllineal als Schneidekante eben geschnitten. Wichtig dabei ist dass die übereinander gelegten Furnierblätter nicht verrutschen. Es ist hilfreich bei größeren Stücken die Kante mit Zwingen zu fixieren.



Zum verkleben der Furnierblätter habe ich ein dünnes Furnierklebeband verwendet. Dieses Klebeband ist mit gummi arabicum beschichtet, welcher bei Kontakt mit Feuchtigkeit zu kleben anfängt. Ich habe hier zwecks Demonstration mit einem befeuchteten Tuch gearbeitet, aber ein feuchter Schaumstoff oder Schwamm würde besser funktionieren.



Fertig verklebt. Bei so kurzen Stücken kann man gleich von Anfang an die Längskante abkleben, längere Furnierstücke werden aber besser zuerst mit kurzen Klebebandstücken quer über die Stoßkante angeheftet damit sich das Furnier nicht verschiebt.



Es schadet nicht wenn man vor dem weiteren Arbeiten die verklebte Furnierfläche überprüft um zu sehen ob das Furnier rundherum um das Trägermaterial hervorsteht. Weitere Leimarbeiten werden dadurch in 98% der Fälle erleichtert.



Normalerweise würde man das Trägermaterial mit einer Breitbandschleifmaschine kalibrieren damit garantiert ist dass das Trägermaterial durchgehend eine gleiche Dicke hat. Da wir so eine Maschine nicht zur Verfügung haben verwenden wir einfach den Exzenterschleifer mit einem 80er Schleifpapier.
Das schleifen von Hand ist NICHT zu empfehlen.



Der Leimauftrag erfolgt mit der Zahnspachtel. Zuerst wird dabei die innere Fläche bis auf 2-3 cm Rand bestrichen und dann erst der Rand mit entschlossenen Streichbewegungen angestrichen. Spuren im Leim welche hier zu sehen sind sind nicht erwünscht, sind aber bei dem hier verwendeten Weißleim nicht dramatisch da dieser Leim sich beim pressen gut verteilt.



Nach dem ausspannen aus den Pressplatten wird das überstehende Furnier zuerst entlang der Längs- und erst dann entlang der Quermaserung geschnitten um zu verhindern dass das Furnier von der geleimten Fläche heruntergerissen wird. Beim schneiden quer zur Maserung ist es am besten wenn man zuerst vom einen Ende ca. 5 cm zurückziehend einschneidet und dann von der anderen Seite die ganze Kante durchschneidet. Die Gefahr dass das Furnier am Eck ausreißt wird so praktisch auf Null reduziert.



Und so sollte das furnierte Objekt dann fertig beschnitten aussehen. Wenn man wie normal üblich das Trägermaterial ebenso mit einem Überstand geplant hat ist jetzt der Zeitpunkt gekommen die Furnierte Platte auf die Fertigmaße zu schneiden.



Nach dem schneiden der Platte müssen VOR dem lackieren, aber NACH dem einarbeiten etwaiger Verbindungen (Lamello z.b.) oder dem ausbessern von Leimfehlern die beiden Seiten geschliffen werden um das Furnier von dem Furnierklebeband zu befreien. Dabei ist zu achten dass man nicht zu viel wegschleift sodass das Trägermaterial nicht zum Vorschein kommt, allerdings darf man auch nicht zu wenig wegschleifen damit auch der Kleber des Furnierklebebandes weggeschliffen wird. Andernfalls würde es zu Fehlern in der Lackierung kommen.



Fertig geschliffen sollte keine Fuge mehr sichtbar sein.



Und so sieht das Furnierte Trägermaterial nach zwei Schichten Klarlack dann aus.


Weil das hoffentlich euren Appetit fürs Furnieren geweckt hat, hier alle 39 Seiten meines Tutorials zum download:
DOWNLOAD PDF

Und weil zwar ein Bild mehr sagt als tausend Worte, aber ein Video mehr als tausend Bilder (hier um genau zu sein mehr als 23999 Bilder ;) ) gibts noch zwei Videos.
Ich bitte die teils mindere Audioqualität meiner Stimme zu entschuldigen, aber ich hab mir ne Sommergrippe eingefangen und für die Nachsynchro hatte ich täglich nur wenig zeit. Ganz zu schweigen das mein Audio-Equipment nur basic ist.
Aber hey, ich denke, für den ersten Semi-Professionellen Videoschnitt-und-Nachsynchro-Versuch ist das ganz akzeptabel geworden.







Ich hoffe, ich konnte euch damit helfen, für Fragen bin ich zu erreichen und weiters hoffe ich dass ich in kurzer Zeit noch spezielle Leimversuche mit Modders Prime Choice, Alu und Plexiglas, releasen kann. ^^
Also stay tuned für Teil 2: Furnieren - Modders edition ;)

Greets
Obi-Wahn

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Montag, 22. Juli 2013, 16:44

Sau geiles Tutorial geworden, fetten Respekt, auch wenn ich mir erst das Video angeschaut habe :D
Ich hoffe nur das sie dir das Video wegen der Musik nicht sperren, das hatte ich leider auch schon mal.

Dann habe ich noch ne Anmerkung zum Furnierschneider. Sowas hat leider nicht jeder, daher könntest du noch Zeigen wie man es alternativ mit einem Cutter, ner Rundfeile oder einem Bündigfräser macht.

Wenn mir noch verbesserungvorschläge einfallen hinterlasse ich sie dir hier :)
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Montag, 22. Juli 2013, 17:21

Das hoffe ich auch. Die Musik ist von Jamendo, also Creative Commons Lizenziert, allerdings in der BY-ND-Lizenz, was ultimativ bedeutet dass ich den Track nicht verändern dürfte, also auch nicht die Lautstärke. Na ich spiel mal auf risiko und muss zur not das eine Video neu rendern.
Aufgeschmissen wär ich nur wenn das leise Radio im Hintergrund Stein des anstoßes wär, dann müsste ich alles was das Video betrifft neu machen.
Also Filmen, Schneiden, Synchro, Effekte, etc... Das wär echt nicht nice.

Die Geschichte mit dem Furnierschneider...
Ich hab mir deine Vorschläge auch lange durch den Kopf gehen lassen (schon bevor du sie gepostet hast), aber tatsache ist, dass das Ebenschneiden mit dem Cutter eine 45-55% Fehlermarge hat, weil man entweder abrutscht, zuviel wegschneidet oder das Furnier reisst; das ebenfeilen mit einer Feile wäre da zwar eine alternative, aber dauert vergleichsmäßig unnötig lange.
Und ebenso wie du meinst dass nicht jeder nen Furnierschneider hat, so hat nicht jeder ne Oberfräse.

ANM.: Jeder der ne Oberfräse hat: Bündigfräsen mit einem Fräser mit Anlaufring, ohne Anschlag. Schnittrichtung ist wie beim Furnierschneider. Erst längs, dann quer zuerst verkehrt und dann normal. Quermaserung ist wirklich tückisch bei nem Bündigfräser. Wer auf die Maschinelle bearbeitung mit Oberfräse zurückgreifen möchte sollte auf jeden Fall 1 cm rundherum übermaß lassen und dann kleiner schneiden, wenn aber ein Massivholz-Anleimer zuerst gemacht wurde dann umso vorsichtiger arbeiten.

However, ich werd mir was wegen der Problematik mit dem Ebenschneider überlegen, vllt. fällt mir ja ein schneller und einfacher Weg ein einen zumindest behelfsmäßigen Ebenschneider zu bauen.

Paladin

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Montag, 22. Juli 2013, 17:24

Ich meinte die Sache mit dem Radio, da haben sie bei mir schon zicken gemacht.

Einen Ebenschneider haben wir in der Schule mal aus einem Holzklotz und einer Rasierklinge gebastelt. Frag mich aber nicht merh wie der ging.
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Montag, 22. Juli 2013, 17:27

Crap. Na hoff ich mal das Beste. Ja, sowas ist mir auch schon in den Sinn gekommen...